Künstlersozialkasse – Teil 2: Wie anmelden?

Der 2. Teil der Serie KSK , die Künstlersozialkasse beschäftigt sich mit dem Problem der Aufnahme in die KSK. Oft von Frust begleitet für so manchen “Bewerber”. Dabei sind die Antworten doch oft recht einfach.

Welche Voraussetzungen braucht man überhaupt?

Die Antwort ist eigentlich so einfach wie sie nervend ist: man muss in einschlägigen Kreisen als Künstler anerkannt sein! Nun, so lapidar man dies nicht selten in den Schreiben der KSK liest, so rätselhaft ist es für manchen “Bewerber”. “Wieso muss ich als Künstler anerkannt sein?” sagte der Betroffene um weiter auszuführen: “Wenn ich als Künstler anerkannt bin, dann verdiene ich ja in der Regel gut und brauche keine soziale Unterstützung, die brauche Sie aber jetzt, wo ich gerade mit meiner Karriere beginne und knapper bei Kasse bin!”

Nun so wahr diese Aussage auf der einen Seite ist, so wichtig ist es auch die KSK zu verstehen. Um die Sozialleistungen zu erhalten, muss man eben Künstler oder Publizist sein. Und zwar ausschließlich. Nicht nebenbei mal nach Feierabend. Die KSK muss dies prüfen um Missbrauch von Sozialleistungen möglichst zu verhindern. Ein Rookie ist also in der Regel eher eine potentieller “Nicht-Künstler” wenn er keinen ausreichenden Nachweis erbringen kann. Die Definition was ein Künstler oder Publizist ist, steht immer zur Debatte.

Wer also zweifelsfrei sagen kann, das er Künstler oder Publizist ist und dies als ausschließlichen Beruf ausübt, der hat die notwendige Voraussetzung für eine Bewerbung. Die KSK bietet eine Liste, auf der sämtliche Berufsgruppen veröffentlicht sind. Man erhält sie, wenn man den Antrag für die Anmeldung anfordert.¬† Webdesigner gehörten nach langem nun auch dazu. Aber nur, sofern Sie auch wirklich nur Webdesgin betreiben. Der Webprogrammierer ist kein Künstler, auch wenn er gelegentlich auch solche Aufgaben übernimmt.

Wie melde ich mich richtig an?

Indem man den Antrag anfordert und korrekt ausfüllt! Das Wichtigste ist, das man genau weiß, was man als Künstler tut. Wer gleich viele Berufsgruppen angibt (z.B. Webdesigner, Schauspieler und Journalist), der wird kaum als ernsthaft angesehen werden. Auch gerade erst angefangen zu haben ist nicht von Vorteil. Künstler und Publizist ist man durch sein Schaffen und nicht von Geburt an.

Und das Schaffen, das Werk ist das Bedeutendste. Dies muss man glaubhaft darstellen. Was habe ich als Künstler vollbracht, so das man mich als solches Bezeichnen kann? Wenn man der KSK diese Frage beantwortet ist man dabei. Ein Skizzenbuch zu senden, oder ein paar Webseiten zu nennen genügt das normalerweise nicht. Die können theoretisch von jedem sein. So bitter es manche auch ansehen, man muss Beweise liefern. Datenschützer und Verschwörungstheoretiker schreien schnell auf und zitieren den Gläsernen Staatsbürger. Aber man sollte sich ins Bewusstsein rufen, das es um staatliche Leistungen geht, die man ähnlich wie Kindergeld oder Hartz IV nicht ohne Kontrolle und Prüfung bekommen darf. Jeder kennt den Begriff “Sozialschmarotzer” und diese Entwicklung soll verhindert werden.

Ich habe trotzdem bedenken meine Daten offen zu legen?

Nun, man muss nicht alle Geschäftsdaten offen legen. Der KSK genügt es in der Regel für konkrete Arbeiten und Aufträge zu erkennen das dafür eine Honorar bezogen wurde. Die Ernsthaftigkeit des künstlerisch Schaffenden muss erkennbar sein. Eine Kopie eines Kontoauszugs genügt. Bereiche des Auszuges die uninteressant für die KSK sind oder man für sich behalten möchte schwärzt man damit Sie unleserlich werden. Optimal ist es ein Muster des Arbeit zu senden, eine Kopie der Rechnung und die Bestätigung dass entsprechendes Honorar auf dem Konto eingegangen ist. Evtl. weitere Folgeaufträge und deren Nachweise sind die Bestätigung, das man bei Kunden anerkannt ist.

Man kann einen Kunden auch bitten, ob er bereit wäre ein Schreiben aufzusetzen, welches die Tätigkeit und die künstlerische Arbeit beschreibt. Aber auch hier sollte das Ziel im Auge behalten werden, das man nur künstlerisch tätig sein darf. Wenn der Kunde schreibt das man oft auch als Administrator mit den Server arbeitet, solch Engagement mag löblich sein, aber keine ausschließlich künstlerische Tätigkeit.

Bedenken gibt es auch bei so manchem Künstler ob er einen Teil seiner Kunden überhaupt preisgeben soll, da ein Nutzer von Künstlern wie Verlage, Werbeagenturen usw. Abgaben an die Künstlersozialkasse zahlen müssen. Die Angst den Kunden zu verlieren ist dann vorhanden. Dazu kann man nur anmerken dass die Abgaben die betroffenen Unternehmen zahlen müssen gesetzlich verankert sind und ein Vorstoß rechtsstaatliche Konsequenzen nach sich zieht. Kein Grund also einen Kunden zu decken, da er die Verantwortung für dieses Fehlverhalten selbst trägt. Außerdem wird in der letzten Zeit auf wirken der Finanzämter verstärkt nach schwarzen Schafen in der Branche gefahndet.

Teil 3 der KSK-Serie wird etwas darauf eingehen was zu tun ist, wenn man von der Künstlersozialkasse abgelehnt wird.

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